Klimaneutrales Drucken: Ja, aber mit Substanz

Möglichst umweltgerecht produzieren. Das war für unsere Druckerei im Jahr 1989 wie heute Teil des Geschäftsverständnisses. Und nach wie vor behaupte ich, Ökologie und Ökonomie schließen sich nicht gegenseitig aus – das Gegenteil ist der Fall; sie befördern sich.

 

Schon lange auf dem richtigen Weg – Die Feldegg Medien AG druckt seit dem Jahr 1989 umweltfreundlich.

Erstens ist jedoch entscheidend, dass der Faktor Ökologie Teil jener Strategie wird, mit welcher  ein Unternehmen Wert für seine Kunden schafft. Zweitens, muss es mit Substanz betrieben werden. Das heißt konkret für Druckbetriebe, dass klimaneutrales Drucken auf keinen Fall losgelöst angeboten werden soll, sondern als ein Gesamtpakets aus Transparenz, FSC-Zertifizierung, Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft, Umweltmanagementsysteme sowie CO2-Reduktionsmaßahmen.

Wie keine andere Maßnahme machen klimaneutral gedruckte Broschüren, Flyer, Geschäftsberichte und jeder einzelne klimaneutral gedruckte Brief im Büro eine Klimaschutzstrategie von Unternehmen greifbar. Kunden, Angestellte, Partner und potentielle Mitarbeiter registrieren: dieses Unternehmen redet nicht nur, sondern setzt Klimaschutz ganz konkret um. Das ist ein Wettbewerbsvorteil, den sich die Druckereibranche in der Vergangenheit erarbeitet hat und den sie sich immer wieder neu erarbeiten muss.  

Im Folgenden möchte ich einen Überblick über die einzelnen Schritte des klimaneutralen Druckens geben. Im Grunde geht es um den folgenden Dreiklang: Messen, Reduzieren und unvermeidbare Treibhausgasemissionen ausgleichen.

Klimaneutral bedeutet, dass die Menge entstandener Emissionen an anderer Stelle durch den Ausgleich eingespart wird. Für das Klima ist es irrelevant, an welchem Ort Emissionen entstehen und an welchem Ort sie wiederum vermieden werden. In der Regel werden mit einem kleinen Prozentsatz an Mehrkosten (wir sprechen hier von 1-2 Prozent) bei einem Druckauftrag Klimaschutzprojekte gefördert bzw. unterstützt. Die Klimaschutzprojekte sind mit international anerkannten Standards zertifiziert, sparen nachweislich Treibhausgasemissionen ein und werden regelmäßig überprüft. Vereinfacht gesagt: anstelle eines Kohlekraftwerks wird zum Beispiel ein Windkraftwerk errichtet.

Und die Finanzierungslücke zwischen diesen beiden Technologien wird durch den Beitrag gedeckt, den eine Firma für ihre klimaneutral gedruckte Unternehmensbroschüre an Mehrkosten aufbringt. „CO2-frei“ ist die Unternehmensbroschüre selbstverständlich nicht und wird sie auch niemals sein.

Die Grundlage für eine klimaneutrale Medienproduktion ist der CO2-Fußabdruck einer Druckerei. Es geht im ersten Schritt um Daten, die für die Bestimmung der CO2-Emissionsn relevant sind. Beispielsweise Heizung, Strom, Fuhrpark und die Druckmaschinen. Anhand dieses Ist-Zustands entwickeln Druckereien Maßnahmen, um Emissionen systematisch zu reduzieren und zu vermeiden.

Grundsätzlich verfügen Druckereien über unterschiedliche Ansätze, um ihre CO2-Emissionen zu reduzieren. Hierzu zählen zum Beispiel Energieeffizienzmaßnahmen oder die Nutzung klimafreundlicher Produktionsmaterialien sowie der Bezug von Ökostrom. In unserem Haus wurde neben diesen Maßnahmen in meiner Zeit als Nachhaltigkeits-beauftragter vor allem auf die kontinuierliche Verbesserung der Prozesse geachtet: Fehlerreduktion bzw. -vermeidung allgemein und Druckprozessbeherrschung mittels dem Prozess-Standard-Offset (PSO) im speziellen. Das hat uns auch ermöglicht, das fotorealistische Drucken als eine der ersten Druckereien überhaupt über 10 Jahre als Standard anzubieten.

Der ganz entscheidende Punkt dabei ist: Nur etwa 20 Prozent der CO2-Emissionen eines Druckproduktes werden innerhalb einer Druckerei verursacht. Das bedeutet, die Betriebe sind beim Thema CO2-Minderung in hohem Maße auf ihre Lieferkette angewiesen.

Das ist am Beispiel Papier sehr gut zu erkennen: Papier verursacht oftmals zwischen 60 und 80 Prozent der gesamten CO2-Emissionen, die bei der Medienproduktion anfallen. Dafür verantwortlich ist die energieaufwendige Produktion von Papier.

Auf Grundlage des CO2-Fußabdrucks kann eine Druckerei auftragsbezogen die CO2-Emissionen für ihre Kunden berechnen und ausweisen. Dieser so genannte „Product Carbon Footprint“ berücksichtigt den CO2-Ausstoß, der etwa durch Bedruckstoffe, Druckmaterialien, Druck- und Weiterverarbeitung sowie Transporte verursacht wird. Wie bereits dargestellt, können die unvermeidbaren Emissionen durch anerkannte Klimaschutzprojekte ausgeglichen werden. Das Ergebnis sind klimaneutrale Druckprodukte.

feldegg medienDie Druckerei Feldegg bzw. Feldegg Medien AG gilt in der Schweiz seit über 15 Jahren als Pionier für umweltgerechte Drucksachenproduktion und der erste Druckerei-Betrieb mit ISO 14001 – und eine der ersten bezüglich der FSC-Zertifizierung in der Schweiz.

Preisträger:

Nachhaltigkeitspreis 2009 der Zürcher Kantonalbank,

Umwelt-Unternehmerpreis 2008 der Umweltstiftung der Schweiz

www.feldegg.ch

One Response to “ Klimaneutrales Drucken: Ja, aber mit Substanz ”

  1. […] Druckerei Feldegg AG. Beide Unternehmen sind hier mit meinem Blogposting vertreten. […]

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